lalalaladebalken
Jun 13, 2018

Mein Leben im Offline – Teil I

Hey. Na du. Auch hier?

Es ist jetzt zweieinhalb Wochen her, dass ich meinen Account auf Instagram deaktiviert habe. Aus Gründen. Zum einen war ich eines morgens plötzlich komplett überfordert mit so vielen Menschen, die ich eigentlich gar nicht kenne und zum anderen hat mir mein Bauch gesagt, dass sich etwas ändern muss. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch nicht recht sagen was es war, aber Instagram musste weg. Detox sozusagen.

Und es war ganz leicht.

Eigentlich habe ich etwas völlig anderes erwartet. Ich habe erwartet, dass ich wie gewohnt alle zehn Minuten einen Blick auf Instagram werfen würde. Ich habe erwartet, dass es mich frustriert, mein schönes Essen niemandem zeigen zu können. Ich habe erwartet, dass ich höchstens drei Tage „schaffe“. Etwas komplett anderes war der Fall. Mein Handy wurde quasi mit dem letzten Klick nur noch halb so interessant.

What the fuck.

Ich meine, wenn man seit vier Jahren jeden Tag eine App öffnet, sollte es doch wenigstens eine Gewohnheit sein, der man beim Handy-aus-dem-Halfter-ziehen folgt. Nichts passierte. Es war kein Gefühl des Verlustes, vielmehr eines der Erleichterung. Ab hier stellte ich im Laufe der nächsten Tage fest, wie gefangen ich in diesem Social-Media-Rhythmus gewesen war. Und ich selbst war die Wärterin.

Frühstück einfach mal direkt zusammenmanschen. Morgens nicht wegen dem „guten Morgen“-Boomerang später als geplant zur Bahn rennen müssen. Den Kaffee mit der Penis-förmigen Schaumkrone einfach trinken, ohne ihn vorher zu fotografieren (er war awesome, cremig und lecker.). Mich einfach mal hässlich finden, ohne zu versuchen, mit einem besseren Licht noch „das Beste“ daraus zu machen. Einfach mal hässlich sein. Läuft. Mein Blick auf mich selbst veränderte sich auch. Anstelle durch eine Frontkamera konnte ich mich jetzt durch meine Augen betrachten. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig dramantisch, aber so fühlt es sich an.

Hey. Na du. Lange nicht gesehen. Du bist alt geworden.