lalalaladebalken
Jun 25, 2018

Ok. Ciao.

Eigentlich sollte hier bereits der zweite Teil meiner „Mein Leben im Offline“-Reihe stehen.

Tut er aber nicht.

Eigentlich wollte ich jetzt etwas darüber schreiben, warum ich mich entschieden habe, wieder auf Instagram zurückzukommen und mir weiterhin Mühe für Leute zu geben, die ich gar nicht kenne.

Weiß ich aber nicht. Oder zumindest bin ich mir gerade gar nicht mehr so sicher.

Eigentlich sollte hier stehen, dass mir Social Media gefehlt hat. Hat es aber nicht.

Es kotzt mich an.

Ich hatte mich darauf gefreut ein bisschen rumzuexperimentieren. Ein bisschen mehr aus meiner Kamera und dem Wissen, das mir mein Studium mit auf den Weg gegeben hat, herauszuholen. Followern mehr zu geben, als nur eine optische Berieselung von tätowierter Haut, die viele ja doch wieder nur als ein auf sie zugeschnittenes Insta-Sexting fehlinterpretieren. (Nein. Auch wenn du „voll krass auf hotte tätowierte Bitches stehst.“, das Bild ist nicht für dich und deinen Pimmel entstanden. Aber red dir das ruhig weiter ein.)

Zu diesem Vorhaben gehört es aber auch ein bisschen aufzuräumen. Regelmäßig Usern zu entfolgen, die ich nicht mal im Entferntesten kenne und vielleicht sogar auch denen, die mir bekannt sind. Warum? Weil ich mir das Recht herausnehme meinen Feed so zu gestalten, dass mich die Zeit, die ich mit Instagram-Feed-Gescrolle verschwende, weiterbringt.

Ich möchte Dinge sehen, die mir gefallen. Mit denen ich mich identifiziere. Die mich inspirieren.

Manche Menschen verändern sich. Warum soll ich dann Fräulein XY noch folgen, wenn sie nicht mehr ihre tollen Salate fotografiert, sondern nur noch ihr neugeborenes Kind? Ist es da verwerflich respektvoll zu entfolgen? Ich möchte ja auch, dass mir Menschen folgen, die interessiert, was ich tue. In was für einer Welt leben wir denn? Ah ja.. der Social Media-Welt.

SoMe, wie ich neulich gehört habe. Witzig eigentlich, wenn man sich überlegt, dass nichts auf der Welt weniger „so me“, „so ich“ bin wie das #instaich das wir alle online von uns kreieren.

Und dann ballert dir einer doch tatsächlich richtig schön passiv aggressiv in die Fresse.

Zugegeben. Ich habe in der letzten Woche rigoros ausgemistet. Minus 700 Followings um genau zu sein und langsam erkenne ich mich selbst an meiner Pinnwand wieder. Zumindest das, was mich so interessiert. Keine Selfies mit beknackten Snap Chat-Filtern mehr. Weniger #Fashionbloggerlifestyleposings und insbesondere auch weniger von allem. Sehr erfrischend. Klar, dass ich mir da nicht jedes Profil anschaue, dem ich entfolge. Dann erwischt es halt jemanden mit dem ich mal ein paar Sätze gewechselt hab. Joa. Passiert. Life is bitter.

Was trotzdem kommt, ist mal wieder die Erkenntnis, dass dem Großteil der Instagrammer wohl der Bezug zur Realität auf der Reise völlig flöten gegangen ist. Versunken im „omg wtf zu wenig #content, lass ma generieren!“, geht für sie die Welt unter, wenn ihre „wer ist mir als letztes entfolgt“-App verrät, dass ich ihnen nicht mehr folge. Krass. Oder? Vielleicht auch schon zum zweiten Mal. Ich Fotze.

So fucking what.

Mir ist Instagram nicht wichtig genug, als dass ich Buch darüber führe, wer welchen Namen trägt, wer ihr geändert hat, wessen Feed ich jetzt in Erinnerung behalten muss, wer diese beknackte App hat und nur darauf wartet mich anzukacken, wenn ich es auch nur wage den Following-Vertrag fristlos zu kündigen. Oder eher ohne Hintergedanken zu kündigen? Was bin ich bitte für ein Mensch?

Wow. Leute. Wo bleibt denn da der Stolz?

Hat Social Media uns wirklich schon so weit, dass wir keine größeren Probleme mehr haben, als uns zu veranschaulichen, wer uns beim Existieren nicht mehr zusehen will? Uns dann auch noch die Zeit nehmen, diesen bösen bösen Menschen mit einem passiv aggressiven Spuckklumpen zu bekleckern, um uns dann am Ende pseudo-besser zu fühlen? Dem hast du es aber nun wirklich gezeigt.

Auch wenn es mir das Herz nicht bricht das zu schreiben: Ja dann mach doch.

Du kannst niemanden zwingen dich zu lieben. Und wenn da nichts zurückkommt, zieh halt weiter. Das tut zwar weh, aber die Welt geht davon nicht unter.